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Leichtgewichts-Rennräder 2024 im Test: Räder ab 6,39 Kilogramm

Leichtgewichte

Leichtgewichts-Rennräder 2024 im Test: Räder ab 6,39 Kilogramm

Agilität, Robustheit, Komfort, Aerodynamik, Steifigkeit, Gewicht – irgendwo muss man Kompromisse eingehen. Was können die Leichtgewichts-Rennräder? Zehn Räder ab 6,39 Kilogramm im Vergleichstest.
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Alles ist relativ – auch die Leistung. Dies ist die „Formel“, auf der vieles im Radsport basiert. Dabei geht es nicht um Absolutwerte, sondern um relative. Konkret: um die erbrachte Leistung in der Relation zum Systemgewicht, um den Watt-Pro-Kilogramm-Wert. Dieser bestimmt die Leistung dort, wo es in Radrennen meist zählt: bergauf. Das System setzt sich zusammen aus den Gewichten des Fahrers und seines Rades beziehungsweise Materials. Die „einfachste“ Lösung, um schneller bergauf zu fahren, lautet demnach: abnehmen.

Auch an seiner Ausstattung kann man Gewicht sparen – und somit schneller bei gleicher Leistung sein. Zwar ist auf den meisten Strecken – wenn man nicht gerade im Hochgebirge unterwegs ist – ein aerodynamisch optimiertes Rad effizienter als ein gewichtsreduziertes. Doch auch das Gewichtstuning hat in manchen Situationen seine Berechtigung. So „bringt“ einem leichten Fahrer ein um ein Kilogramm leichteres Rennrad an einem längeren Anstieg wie jenem zum legendären L‘Alpe d’Huez einen Zeitgewinn von rund 1,5 Prozent.

Als „Hobbyfahrer“ hat man hier noch mehr Möglichkeiten als die Radprofis. Denn um an UCI-reglementierten Rennen teilnehmen zu können, darf das eigene Rad im fahrbereiten Zustand nicht weniger als 6,8 Kilogramm wiegen. Diese Grenze gibt der Weltradsportverband vor.

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Entwicklung und Kompromisse

Drei unserer aktuellen Testräder unterschreiten diesen Wert. Das leichteste Rad dieser Konkurrenz ist das Canyon Ultimate CFR Di2. Es wiegt in der Rahmengröße M 6,39 Kilogramm. Sein Preis: 9999 Euro. Dass man im Rennrad-Sektor jedes Gramm weniger mit mindestens einem Euro mehr bezahlt, ist eine bereits alte, vereinfachende Faustformel. Doch leider ist einiges Wahres an ihr dran. Das günstigste Rad dieser Leichtgewichtskonkurrenz, das Storck Aernario.3 Comp, kostet 5999 Euro. Das schwerste Rad des Testfeldes ist das Focus Izalco Max 9.8 – mit einem Gewicht von 7,70 Kilogramm in der Rahmengröße S.

In den vergangenen zwei, drei Jahren hat sich hier in Sachen Rad-Gewichte wieder einiges getan. Denn seit sich Scheibenbremssysteme durchsetzten, wurden auch die „Leichtgewichts-Rennräder“ tendenziell – auch aufgrund der stabiler gebauten Carbon-Rahmen-Gabelenden und -Hinterbauten – schwerer.

Zudem legten fast alle Hersteller deutlich mehr Wert auf Aerodynamik- als auf Gewichts-Optimierungen. „Kompromissmodelle“ aus den beiden Welten liegen aktuell im Trend: Ergo Rennräder, die sowohl stark ovale beziehungsweise Kammtail-Rahmenformen und weitere Aero-Maßnahmen aufweisen als auch sehr geringe Gesamtgewichte. Zu diesen Modellen zählt in unserem Testfeld etwa das Scott Addict RC Ultimate. Es punktete im Testverlauf unter anderem mit seiner extrem hohen Rahmensteifigkeit und einem Gewicht knapp über dem UCI-Limit.

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Leichtgewicht und Fahrkomfort

Auch die Parameter „Leichtgewicht“ und „Fahrkomfort“ galten lange als kaum vereinbar. Einst galten leichte Rennräder als fragil, extrem unkomfortabel und wenig alltagstauglich. Dies ist heute weitgehend nicht mehr der Fall. Viele Hersteller entwickelten ihre leichten Race-Modelle in Richtung von Allroundern – hin zu oftmals mehr Dämpfungskomfort und „entspannteren“ Sitzpositionen. In all diesen Testpunkten überzeugt etwa das Parapera Atmos² in diesem Vergleich. An ihm sind 30 Millimeter breite Pneus verbaut. Sechs der zehn Testmodelle rollen auf 28-Millimeter-Reifen, zwei auf 30er Modellen.

Ähnlich wie bei den Aero-Race-Rädern gibt es, leider, auch bei den Leichtgewichten einen Zusammenhang mit dem Preis. Die enorme Inflation auf dem Radmarkt ist auch in diesem Vergleich deutlich wahrzunehmen. Einen großen Leitartikel zu diesem Thema finden Sie in der Ausgabe 08/2022. In mehreren der kommenden RennRad-Ausgaben werden wir uns wieder primär verstärkt auf preis-leistungsstarke Modelle fokussieren.

Diese Leichtgewichts-Rennräder haben wir getestet

Marke Modell Preis Prädikat
Storck Aernario.3 CompTestbrief 5999 Euro Preis-Leistung
Benotti Fuoco Disc Carbon LTD Dura AceTestbrief 6699 Euro Kauf-Tipp
Focus Izalco Max 9.8 6799 Euro
Stevens Xenith Gen 2 8665 Euro Komfort-Tipp
KTM Revelator Alto ExonicTestbrief 8999 Euro
Cervélo R5 9699 Euro
Parapera Atmos²Testbrief 9988 Euro
Canyon Ulitmate CFR Di2 9999 Euro Race-Tipp
Baldiso E3 10.530 Euro
Scott Addict RC Ultimate 13.999 Euro

Die ausführlichen Testberichte der Leichtgewichts-Rennräder lesen Sie in der RennRad 7/2024. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.

Die Leichtgewichts-Rennräder in der Bildergalerie

Storck Aernero.3 Comp

Benotti Fuoco Disc Carbon LTD Dura Ace, Test, Kaufberatung, Rennrad-Test

Benotti Fuoco Disc Carbon LTD Dura Ace

Focus Izalco Max 9.8, Test, Kaufberatung, Leichtgewichts-Rennräder

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Stevens Xenith Gen 2, Test, Rennrad-Test, Kaufberatung

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KTM Revelator Alto Exonic, Leichtgewichts-Rennräder, Test, Kaufberatung

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Cervélo R5, Leichtgewichts-Rennräder, Test, Kaufberatung

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Parapera Atmos², Test, Rennrad-Test, Kaufberatung

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Canyon Ultimate CFR Di2, Test, Kaufberatung, Leichtgewichts-Rennräder

Canyon Ultimate CFR Di2

Baldiso E3, Leichtgewichts-Rennräder, Test, Kaufberatung

Baldiso E3

Scott Addict RC Ultimate, Leichtgewichts-Rennräder, Test, Rennrad-Test, Kaufberatung

Scott Addict RC Ultimate

An diesem Test arbeiteten mit: D. Binnig, F. Böna, S. Pusch, P. Klimsa, M. Fischer, J. Schinnagel

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