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Trainingslager auf Mallorca: Tipps für den maximalen Effekt

Was es beim Mallorca-Trainingslager zu beachten gilt

Trainingslager auf Mallorca: Tipps für den maximalen Effekt

Ein Trainingslager auf Mallorca ist inzwischen für viele Rennradfahrer interessant. Auch für Einsteiger. Doch es gibt viel zu beachten, wenn die Extrakilometer einen maximalen Effekt bringen sollen.
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Während Radprofis – begleitet von einer Heerschar von Trainern, Masseuren und Mechanikern – in einem optimalen Umfeld trainieren, ist der Hobbyfahrer auf sich allein gestellt. Um eine optimale Grundlage für das Trainingsjahr zu schaffen, muss alles passen.

Die beiden häufigsten Fehler: mit völlig unzureichender Fitness in den Flieger zu steigen – und vor Ort das Training zu überziehen. Man riskiert dabei, ins Übertraining zu geraten und damit auch langfristig: in ein Leistungsloch, in dem sich hartes Training negativ statt positiv auswirkt. Statt eine solide Grundlage zu schaffen, fahren sich viele Sportler schon im ersten Quartal des Jahres „kaputt“.

Es gilt immer noch die bewährte Faustformel: Wer ins Trainingslager fährt, sollte schon 1000 Kilometer in den Beinen haben. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h entspricht dies 40 Stunden Radfahren. Bei miserablen Wetterverhältnissen kommen alternativ andere Ausdauersportarten zum Zug, etwa Laufen, Skilanglauf oder auch das Training auf der Rolle.

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Trainingslager-Tipps: Organisation

Das Wochenpensum im Trainingscamp richtet sich nach dem durchschnittlichen Wochenumfang Zuhause: als lockere Obergrenze gilt eine Verdoppelung der Trainingszeit im Camp. Wer also in heimischen Gefilden zehn Stunden pro Woche trainiert, kann dies problemlos im Trainingslager auf 20 Stunden steigern.

Grundsätzlich sollte jedoch eine 25-Stunden-Woche so früh in der Saison eher nicht überschritten werden. Ob das Trainingslager mit dem eigenen Rennrad oder einem Leihrad organisiert wird, hängt von vielen Faktoren ab.

Das eigene Rad wird in einer Flugtasche oder einem Hartschalenkoffer verpackt. Gute Flugtaschen fixieren das Rad in einem Halterahmen, damit das Schaltwerk nicht beschädigt wird.

Optimal sind stabile Hartschalenkoffer, sie sind ab 400 Euro erhältlich. Die Mitnahme des eigenen Rades muss bei der Buchung mit angegeben werden, die Zusatzkosten für Hin- und Rückflug betragen mindestens 100 Euro.

GPS und mehr

Ein gutes Leihrad mit Alurahmen und Ultegra-Gruppe kostet mindestens 85 Euro pro Woche, desgleichen mit Carbonrahmen 110 Euro. Hier sollte man also im Optimalfall seinen eigenen Sattel mitbringen, um mögliche Sitzprobleme zu vermeiden. Shimano-Pedale werden vielfach gestellt. Dennoch empfehlen wir, eigene Pedale mitzubringen. Die Hotels dulden in der Nebensaison vielfach das Abstellen der Rennräder im Hotelzimmer.

Aber Vorsicht: Es kommt nicht selten vor, dass professionelle Diebesbanden teure Rennräder von Hotelbalkonen stehlen. Zum Thema Leistungsmess-Systeme zitieren wir Andreas Klenk, er ist für die Leihräder bei Hürzeler Bicycle Holidays verantwortlich: „Die einfachen Leistungsmess-Systeme unserer Kunden, also linke Kurbelarme und Pedale, montieren wir selbstverständlich an unsere Leihräder. Beim Kurbelarm muss auf die Kompatibilität zum Tretlager geachtet werden.“

Zweifellos stellt sich im GPS-Zeitalter die Frage: „Trainiere ich mit einer Gruppe plus Tourguide oder auf eigene Faust mit einem „elektronischen Routenplaner“? Bei geführten Gruppenausfahrten lernt man neue Gleichgesinnte kennen und fährt öfter im Windschatten. Die Tourguides haben oft eine sportliche Vergangenheit, können noch Tipps geben und kennen ganz sicher ausgefallene Strecken sowie ruhige, malerische Ortskerne für Kaffeepausen. Die meisten großen Radsport-Veranstalter bieten die Gruppenausfahrten in unterschiedlichen Kategorien an, von der „Plausch-Gruppe“ (bis 50 Kilometer; 22 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit) bis hin zur ambitionierten Sportgruppe (bis 200 km / 27 bis 31 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit).

Wie flexibel sind Gruppenfahrten im Trainingslager?

Gruppenfahrten mit einem Guide sind in der Regel auch nicht so unflexibel, wie es sich anhört. Wünsche hinsichtlich Tempo und Pausen werden durchaus umgesetzt. Wem etwa die Tour zu kurz ist, der meldet sich beim Guide ab und hängt noch eine Extraschleife dran.

Bei eigenen „GPS-geführten Touren“ sind die Sportler in vielerlei Hinsicht flexibler, etwa bei Startzeit, Pausen, Tempo und Route. Bewährt sind immer noch gute Landkarten, radspezifische Karten gibt es in den örtlichen Radläden. Eingezeichnet sind Radrouten, verkehrsarme und landschaftlich schöne Strecken.

Glutenfreie Nahrung und Massagen

Da in Spanien doppelt so viele Menschen an einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) leiden wie bei uns, sind die größeren Hotels meist besonders auf glutenfreie Speisen vorbereitet. Eine Anmeldung dafür wird jedoch empfohlen. Allein auf Mallorca gibt es mindestens 110 Hotels mit diesem Service, etwa die Hotelkette Iberostar.

Die großen Veranstalter von Sportreisen bieten auch Massagen an. Die Radsport-Veranstalter und auch die spanischen Sportläden bieten die gängigen Energieriegel und Getränkepulver an. Spezielle Produkte vom Recoveryshake bis hin zum Sportlermüsli bringen Sie besser selber mit. Zum Anmischen von isotonischen Getränken verwenden Sie besser abgefülltes Trinkwasser aus dem Supermarkt, ein Sechs-Liter-Kanister kostet einen knappen Euro.

Das Wichtigste

Bei der Abreise ergibt sich für viele Gäste folgende Problematik: Der Rückflug ist abends, das Auschecken muss jedoch bis 12 Uhr geschehen sein, folglich verstreichen viele Stunden ungenutzt. Bei vielen Hotels kann das Auschecken für einen Aufpreis, in der Regel zehn Euro, auf 16 Uhr verschoben werden, so ist früh morgens noch eine Tour oder ein entspanntes Ausrollen machbar.

Ob das Trainingscamp ein Erfolg wird, hängt von den berühmten „1000 Kleinigkeiten“ ab. Beispielsweise Sitzcreme, weil das Sitzfleisch plötzlich doppelt so lange Sattelkontakt hat als sonst. Wir empfehlen deshalb vorsorgliches Eincremen. Bewährte Produkte sind etwa die Sixtus Creme oder die Ilon Protect-Salbe. Oder Sonnencreme, schon im März scheint die Sonne recht kräftig, auch bei kühleren Temperaturen. Zur Grundausstattung gehören auch Arm- und Beinlinge sowie eine Windweste und, falls nötig, eine dünne Regenjacke.

Rücklicht für die Tunnelfahrt am Puig Major

Sinnvoll ist auch ein kleines Rücklicht für die lange Tunnelfahrt am Puig Major oder wenn die Tour unplanmäßig in der Dämmerung endet. Mit einem Minitool können die Sattelhöhe und -neigung unterwegs korrigiert werden, ebenso die Auslösehärte der Pedale.

Auf eine ausgewogene Ernährung zu achten – was keine Nudelorgien am Buffet beinhaltet – ist ein Tipp, den selbstverständlich jeder im Kopf hat. Ebenso wie das Wissen, dass Alkohol die Regeneration verschlechtert. Wobei: Ein Trainingslager sollte ja auch einen Urlaubsaspekt haben.

Mallorca 312: Ein Erfahrungsbericht

Mallorca: Ein Überblick

Wann?

Viele Lizenzfahrer sind schon im Dezember und Januar auf der Insel unterwegs. Zu dieser Zeit kann es durchaus schon über 15 Grad haben – aber natürlich braucht man etwas Wetterglück. Die Standardzeiten für die meisten Hobbyradsportler liegen zwischen März und Mai. Die Tagestemperaturen liegen dann meist zwischen 20 und 25 Grad.

Wie?

Die Auswahl an Flügen ist groß – selbst von den meisten Regionalairports starten regelmäßig Flugzeuge gen Mallorca. Zu den Anbietern zählen etwa Lufthansa, Ryanair, Easyjet, Condor, Vueling oder Germanwings. Die Kosten für ein verpacktes Fahrrad liegen in der Regel zwischen 50 und 70 Euro.

Wo?

Die meisten Radfahrer zieht es entweder in den Norden oder den Süden der Insel. Wer nicht nur im Flachen trainieren will, sollte darauf achten, dass die Anfahrt ins Tramuntana-Gebirge, das einen Großteil der Insel-Westseite einnimmt, nicht zu lange ist. Dies ist sowohl im Süden wie im Norden gegeben. Beliebte Nord-Standorte sind etwa: Alcudia, Port de Alcudia, Playa de Muro, Port de Pollenca und Can Picafort. Der Norden punktet mit einer sehr guten Rad-Infrastruktur, vielen Rad-Hotels, vielen Bergauffahr-Möglichkeiten und der Nähe zur wunderschönen Strecke nach Cap Formentor. Im Süden ist es in der Regel etwas wärmer – und die berühmte, landschaftlich herausragend schöne Küstenstraße Ma-10 ist nahe.

Was sehen?

Sa Calobra ist ein Klassiker. Fast jeder kennt Fotos dieser wunderschönen Serpentinenstraße. Sie ist eine Sackgasse: Wer unten ist, muss auch wieder hoch. Und zwar: zehn Kilometer und 710 Höhenmeter. Weitere Klassiker sind die Küstenstraße über Andratx und Deià sowie die Straße zum Cap de Formentor. Für Bergformtests greifen viele Profi- und Amateurteams auf zwei Hügel im Inselinneren zurück: den Puig de Randa (5 Kilometer, 320 Höhenmeter ) in der Nähe von Llucmajor und den den Puig de Sant Salvador (5 Kilometer, 380 Höhenmeter) in der Nähe von Felanitx.

Mit was?

Leihrad oder eigenes Rennrad? Diese Frage muss jeder selbst entscheiden. Viele große Radhotels haben auch eigene Verleihstationen. Es sind durchaus neuwertige Carbon-Modelle zu bekommen, jedoch gilt: rechtzeitig reservieren. Der größte Anbieter von Pauschal-Rennradurlaub ist Bicycle Holidays Max Hürzeler mit neun Stationen, die über die ganze Insel verteilt sind, und rund 3000 Leihrädern.

Wie viel?

Die Flüge kosten meist zwischen 140 und 240 Euro. Ein Leihrad kostet pro Woche in der Regel zwischen 60 und 120 Euro – je nach Anbieter und Ausstattung. Wer pauschal bucht, ist am Ende oft günstiger dran.

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