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Schlappoldalpe: Der härteste Anstieg Deutschlands?

Der härteste Anstieg Deutschlands?

Schlappoldalpe: Der härteste Anstieg Deutschlands?

Die Schlappoldalpe ist der wohl härteste mit dem Rennrad fahrbare Anstieg Deutschlands. Marcel Florack von quaeldich.de stellt den anspruchsvollen Trip vor.
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Warum tue ich mir das an? Das werden wohl viele denken, laut aussprechen oder gar mit der letzten Kraft aus sich herausschreien, wenn sie sich dieses sausteile Alpsträßchen in den Allgäuer Bergen hinauf quälen. Die Rede ist von der Schlappoldalpe im südlichsten Zipfel Deutschlands. Sie liegt auf 1710 Metern über dem Meer, fernab großer Straßen – und aussichtsreich unterhalb des Fellhorns, des „schönsten Blumenbergs Europas“.

Sie ist nicht nur die größte und höchstgelegene Sennalpe Deutschlands, sondern auch eine der ältesten des gesamten Oberallgäus. Ihre Ursprünge gehen auf das 15. Jahrhundert zurück. Am Ziel erwartet den keuchenden, nach Luft ringenden Bezwinger ein atemberaubendes Panorama. Im Osten erhebt sich der mächtige Allgäuer Hauptkamm mit dem 2224 Meter hohen Nebelhorn und der über 2600 Meter hohen Mädelegabel.

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Schlappoldalpe: Steil und steiler

Doch diesen traumhaften Ausblick muss man sich hart erarbeiten. Der schmale Alpweg ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt und in bemerkenswert gutem Zustand.

Die Plackerei beginnt an der beeindruckenden Heini-Klopfer-Skiflugschanze im idyllischen Stillachtal südlich von Oberstdorf. Das Flachstück nach der ersten kurzen Rampe sollte man genießen, denn fortan verharrt man bis obenhin (fast) in der Vertikalen.

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Auf der Schlappoldalpe nicht schneller als Wanderer

Kehre um Kehre, Schweißtropfen um Schweißtropfen – man fühlt sich angesichts von dauerhaften Steigungen von 15 bis 20 Prozent wie ein Steilwandkletterer und ist nicht wesentlich schneller unterwegs als die Wanderer, die einen beim Überholen ungläubig anschauen.

Am Schlappoldhöfle hat man dann die Möglichkeit, sich an einem Brunnen zu erfrischen und kurz durchzuatmen. Die nun folgenden Kehren des Grauens liegen immerhin zum Teil im Schatten der Bäume.

Dieser Beitrag erschien in der RennRad-Ausgabe 6/2018. Das Heft können Sie in unserem Shop als E-Paper kaufen oder im Print-Format nachbestellen!

Dennoch sollte man an warmen Sommertagen wohl besser in den frühen Morgenstunden aufbrechen, wenn die Sonne noch nicht unbarmherzig vom Himmel brennt, denn viel Schutz vor dieser bietet der Anstieg nicht. Wenn die Moral immer weiter sinkt, man den Sinn dieses Unterfangens immer mehr in Frage stellt und die Kurven weniger werden, lugt die ersehnte Alpe plötzlich zwischen den Bäumen hervor.

Der Tritt wird angesichts von „nur“ noch zwölf bis 13 Prozent Steigung wieder flüssiger. Oben auf einer der Bänke der Schlappoldalpe niedergelassen, kann man bei Radler, hausgemachtem Kuchen oder einer deftigen Brotzeit nun auch endlich den phänomenalen Blick über die steinernen Bergriesen der Allgäuer Alpen genießen.

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Der wohl härteste mit dem Rennrad fahrbare Anstieg Deutschlands

Immerhin hat man gerade den wohl härtesten mit dem Rennrad fahrbaren Anstieg Deutschlands bewältigt.

Wer noch nicht genug hat, kann über eine letzte Horrorrampe noch hinauf zur Mittelstation der Fellhornbahn auf fast 1800 Meter über dem Meer klettern oder am Schlappoldhöfle zur nicht minder schweren Oberen Bierenwangalpe, die 1732 Meter über dem Meer liegt, abbiegen.

Autor Marcel Florack (quaeldich.de) erlebte an der Schlappoldalpe die längsten und langsamsten sieben Kilometer seines Lebens.

Daten zur Schlappoldalpe

  • 7 Kilometer
  • 858 Höhenmeter
  • 20 % maximale Steigung
  • 12,4 % durchschnittliche Steigung

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