Aero-Race-Rennräder, Test, Kaufberatung, Rennrad-Test
Aero-Race-Rennräder 2024 im Test: Modelle von Storck, Canyon & Co.

Aerodynamik

Aero-Race-Rennräder 2024 im Test: Modelle von Storck, Canyon & Co.

Schneller fahren mit der gleichen Leistung: Was bringen Aero-Rennräder? Wie schnell, komfortabel und alltagstauglich sind sie? 14 Race-Modelle ab 4499 Euro im Vergleichstest.
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Schneller Radfahren mit der gleichen Leistung – das ist, was die meisten Radsportler wollen. Eine Möglichkeit, sich diesem Ziel zu nähern, lautet: Mehr trainieren. Eine andere: Besser auf dem Rad sitzen – aerodynamischer. Schon ab einer Geschwindigkeit von 20 km/h wird ein Radfahrer überwiegend durch den Luftwiderstand abgebremst. Mit höheren Geschwindigkeiten steigt dieser exponentiell an: Bei 50 km/h benötigt man rund 90 Prozent der Energie dafür, den Luftwiderstand zu überwinden. Das größte „Spar-Potenzial“ liegt bei uns selbst. Der Mensch auf dem Rad ist für rund 75 Prozent des gesamten Luftwiderstandes verantwortlich – das Rennrad, seine Laufräder und Komponenten für „nur“ rund 25.

Die Frage lautet dabei: Was bringt eine Material-Optimierung? Welchen Effekt haben etwa aerodynamisch günstige Rohrformen, Lenker und Hochprofil-Laufräder?

Aero-Race-Rennräder: Watt-Ersparnis bis zu 20 Watt

Unsere eigenen Windkanal-Messungen der vergangenen Jahre haben gezeigt: Der Einsatz von aerodynamisch optimierten Rahmen kann in der Relation zu klassischen „Rundrohrmodellen“ bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h eine „Watt-Ersparnis“ von zehn bis 20 Watt bringen.

Viel Potenzial findet man auch bei den Laufrädern: Besonders dann, wenn es zu dem sogenannten Segeleffekt kommt – wenn Seitenwind auf den Hochprofil-Felgen eine „Anschubwirkung“ entfaltet.

Aerodynamik und Gewicht

Zu den am klarsten auf den Race-Einsatz ausgelegten Testrädern zählt etwa das Storck Aerfast.5 Pro. Seine Gabel ist extrem breit und flächig, seine Rahmenrohre sind mit ihren „Kammtail“-Formen aerodynamisch optimiert. Die Sitzposition ist sportiv und gestreckt. Der Dämpfungskomfort ist keine der ausgemachten Stärken des Aerfast.

Am anderen Ende des in diesem Testfeld vertretenen Ausrichtungs-Spektrums befindet sich das Basso. Die Sitzposition auf dem Diamante SV ist eher kurz, kompakt und wenig überhöht. Es erwies sich im Test als überraschend komfortabel. Dafür verantwortlich ist auch die Reifenwahl: Auf dem Basso sind 28 Millimeter breite Vittoria Corsa Pro aufgezogen.

Diese Entwicklung steht für einen auch in diesem Testfeld auszumachenden „Trend“: Die einst recht kompromisslosen klar rennorientierten Modelle wurden teils ausgewogener, komfortabler und somit alltagstauglicher. Nur drei Räder im Test haben noch 25 Millimeter „schmale“ Pneus verbaut.

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Das leichteste Rad im Testfeld

Das Benotti ist das leichteste Rad in diesem Vergleich. Das Fueco Aero SL ist mit Laufrädern und Komponenten des Leichtbau-Spezialisten Ax-Lightness ausgestattet und liegt mit 6,72 Kilogramm unter dem UCI-Mindestgewicht für Wettbewerbsräder.

Beim Parameter Gewicht lässt sich, erwartungsgemäß, eine recht hohe Korrelation mit dem Preis feststellen. Nur die Top-Modelle vieler Hersteller nähern sich der Marke unter sieben Kilogramm an.

Das zweitgünstigste Testrad, das Koga Kinsei Prime, wiegt 8,34 Kilogramm. Die Beschleunigung und die Bergauf-Performance zählen demnach nicht zu seinen Stärken.

Mit seinem Preis von 13.499 Euro ist das Cervélo S5 das teuerste Rad des Testfelds. Das Gewicht: 7,72 Kilogramm in der Größe 56. Die Ausstattung: eine Sram-Red-eTap-Gruppe und Carbon-Laufräder von Reserve. Ob diese Preise gerechtfertigt sind, haben wir in früheren Artikeln wiederholt diskutiert und kritisiert.

Dass es auch anders geht, zeigt unser Vergleich besonders preis-leistungsstarker Modelle in der RennRad-Ausgabe 03/2024. Auch im Bereich bis 2500 Euro finden sich inzwischen Modelle mit elektronischer Gruppe und einem Gesamtgewicht von unter acht Kilogramm.

Diese Aero-Race-Rennräder haben wir getestet

Marke Modell Preis Prädikat
Radon Vaillant Disc 10.0 EA 4499 Euro Preis/Leistung
Koga Kinsei Prime 4799 Euro
Giant Propel Advanced Pro 1 5699 Euro
Canyon Aeroad CF SLX 8 Di2 6299 Euro Kauftipp
Stevens Arcalis Gen2 7136 Euro
Benotti Fuoco Aero SL LtdTestbrief 7899 Euro Kauftipp
Basso Diamante SV 9099 Euro
Wilier Triestina Filante SLR 9400 Euro
1of1 AE.01 9900 Euro
Parapera Aeras²Testbrief 9988 Euro
Titici Alfa 9990 Euro Race-Tipp
Baldiso A3Testbrief 10.490 Euro
Storck Aerfast.5 ProTestbrief 10.599 Euro Race-Tipp
Cervélo S5 13.499 Euro

Die ausführlichen Testberichte der Aero-Race-Rennräder lesen Sie in der RennRad 6/2024. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.

An diesem Test wirkten mit: S. Pusch, D. Binnig, F. Böna, P. Klimsa, M. Fischer, J. Schinnagel, L. Heigl

Die getesteten Aero-Race-Rennräder in der Bildergalerie

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Radon Vaillant Disc 10.0 EA

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Koga Kinsei Prime

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Giant Propel Advanced Pro 1

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Canyon Aeroad CF SLX 8 Di2

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Stevens Arcalis Gen2

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Benotti Fuoco Aero SL Ltd

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Basso Diamante SV

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Wilier Triestina Filante SLR

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1of1 AE.01

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Parapera Aeras²

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Titici Alfa

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Baldiso A3

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Storck Aerfast.5 Pro

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Cervélo S5

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