Rollentrainer, Test, Kaufberatung
Rollentrainer im Test: Technik, Preis, Praxistest, Tipps fürs Wintertraining

Virtueller Widerstand: Rollentrainer im Test

Rollentrainer im Test: Technik, Preis, Praxistest, Tipps fürs Wintertraining

Zu Hause trainieren ist effizient. Was können aktuelle Top- und Einsteiger-Geräte? Sieben Rollentrainer für das Indoor-Training im Test.
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Drinnen oder draußen? Das Training im Winter ist für viele Radsportler eine besondere Herausforderung. Die Winter- und Übergangsmonate bedeuten häufig: kürzere Tage – und damit auch weniger Trainingsstunden auf dem Rennrad. Bei Tageslicht erschweren oft niedrige Temperaturen, Regen oder Schnee das Radfahren. Doch das Straßentraining kann man ersetzen und ergänzen: bei sich zu Hause. Auf einem Rollentrainer.

Das Indoor-Training wird seit einigen Jahren immer attraktiver. Das liegt auch an den modernen Geräten – und an online-vernetzten Trainingsplattform wie Zwift. Rollentraining hatte lange den schlechten Ruf, langweilig zu sein. Dieses Image wandelt sich nach und nach. Inzwischen nutzen Radsportler ihre Smart-Trainer mit Zwift und anderen Programmen gezielt – nicht nur zur Leistungssteigerung, sondern auch, um in virtuellen Gemeinschaften Spaß zu haben und um sich selbst in den virtuellen Rennen zu pushen.

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Rollentrainer: Attraktiv durch moderne Trainingslehre

Doch auch die moderne Trainingslehre macht das Rollentraining attraktiv. Denn kurze Einheiten mit gezielten, hochintensiven Intervallen lassen sich auf einem modernen Smart-Rollentrainer besonders einfach und exakt umsetzen. Dank konstanter und exakter Wechsel des Widerstands kann man eine Abfolge von Belastung und Entlastung vorprogrammieren und dann „ablaufen“ lassen.

Eine ebenso exakte Ausführung von Trainingsinhalten ist auf der Straße aufgrund des Verkehrs oder der Topographie der Trainingsstrecken kaum umzusetzen. Und: Die computergestützte Steuerung des Tretwiderstandes macht noch mehr möglich. Vor allem: Zeiteffizienz.

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Wintertraining auf dem Rollentrainer: Wenig Zeit, großer Trainingsreiz

Ohne Zweifel wird das Straßentraining immer ein unersetzlicher Bestandteil für die Saisonvorbereitung bleiben. Ganz gleich, ob das eigene Sommerziel Radrennen, Radmarathons oder die gemeinsame Sonntagsausfahrt mit Freunden lautet. Doch im Winter bedeutet das Training im Freien eine hohe Belastung für den Körper. Zudem besteht immer das Risiko zu unterkühlen – und sich einen Infekt einzufangen. Auch das Risiko für Verletzungen des Muskel-, Sehnen- und Bänderapparates steigt. Bei weniger als fünf Grad Außentemperatur sollte man intensive Belastungen deshalb eher vermeiden und sich auf Fahrten im Grundlagenbereich beschränken.

Genau deshalb bietet der Rollentrainer gerade in den Wintermonaten eine zeiteffiziente Ergänzung zum Training auf der Straße. Das Training mit dem Rollentrainer kann das Straßentraining zumindest zeitweise sogar komplett ersetzen.

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Welche Vorteile und Nachteile hat das Training auf dem Rollentrainer?

Denn ein Vorteil des Rollentrainings ist, dass man ständig pedaliert. Es sammeln sich keine „Junk“- oder „Trash-Miles“, also „leere Kilometer“ ohne Trainingseffekt an. Auf der Rolle lässt sich dagegen ein kurzes, aber intensives Intervallprogramm in bis zu 60 Minuten oder eine konzentrierte Grundlagenausdauereinheit zwischen 60 bis 120 Minuten auch im Winter absolvieren. Und das völlig unabhängig vom Tageslicht, den Straßenverhältnissen und der Außentemperatur.

Doch auch beim Rollentraining sollte man vorsichtig sein: Mehrere Studien haben übereinstimmend ergeben, dass lange Trainingseinheiten auf fixierten Rollentrainern zu einer ungewollt einseitigen und hohen Belastung führen können. Diese können auf Dauer Gelenk- oder Sitzproblemen hervorrufen. Der Grund dafür ist, dass die Muskeln in der starren Radposition anders als beim gewohnten Radfahren auf der Straße arbeiten. Hier werden die hinteren Muskelketten aufgrund der benötigten Stabilisierungsarbeit stärker mitbeansprucht. Für das auf der Rolle fixierte Rad ist jedoch keine solche Stabilisation notwendig, sodass die vorderen Oberschenkelmuskeln und auch die Schienbeinmuskeln stärker beansprucht werden. Durch diese ungewohnte Belastung verändert sich auch die Position auf dem Sattel, wodurch Druckstellen und Sitzprobleme entstehen können.

Ebenso verändert sich die Biomechanik auf dem Rad, was im schlimmsten Falle zu Gelenkreizungen führen kann.

Wer dennoch nicht auch auf längere Einheiten auf der Rolle verzichten will, wird auf dem Rollenmarkt fündig. Im Angebot der Hersteller finden sich immer mehr Modelle, die dem Rad mehr Bewegungsfreiheit gewähren und damit ein Ausbalancieren erfordern, um so Überbelastungen und Fehlhaltungen vorzubeugen.

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Fahrgefühl auf dem Rollentrainer

Der „Kinetic R1“ mit seiner federnden, Bewegungsfreiheit lassenden „Rock&Roll“-Technologie ist ein gutes Beispiel für dieses Konzept. Auch Steigungen lassen sich inzwischen recht realistisch simulieren. Jedoch sind dafür nicht nur die bei vielen Rollentrainern nun stark erhöhten maximalen Wattzahlen, also die Tretwiderstände, entscheidend. Denn in der Realität ändert sich in einem Anstieg auch der Schwerpunkt des Fahrers auf dem Rad. Dadurch verändern sich auch die Winkel während der Zug- und der Druckphase der Kurbelumdrehung. Dies wiederum beansprucht die Muskulatur sehr speziell.

Der „Kickr Climb“ von Wahoo kann durch ein Anheben der Gabel Steigungen von zehn Prozent simulieren. Auch der „Magnum“ von Tacx – eine Kombination aus Rollentrainer und Laufband – kann eine Steigung von bis zu 15 Prozent simulieren. Die Besonderheit dabei ist, dass das Rad beim Tacx-Modell nicht eingespannt wird. Stattdessen fährt man frei auf einem Laufband. Spezielle Ventilatoren für das Rollentraining passen den „Fahrtwind“ automatisch an die Geschwindigkeit oder Leistung des Trainierenden an.

Das Fazit unseres Tests lautet demnach: Das Rollentraining wird immer realistischer.

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Diese sieben Rollentrainer haben wir getestet

Marke Modell UVP Prädikat
TacX Satori SmartJetzt bestellen 299 Euro Preis-Leistung
TacX Neo Smart 2Jetzt bestellen 1299 Euro
Kinetic Road Machine Smart 2 329 Euro
Kinetic R1 Drive 999 Euro
Wahoo Kickr SnapJetzt bestellen 499 Euro Kauftipp
Wahoo Kickr 4.0Jetzt bestellen 1199 Euro
Technogym My Cycling 1790 Euro

Die getesteten Rollentrainer in der Bildergalerie

TacX Satori Smart, Test, Rollentrainer

TacX Satori Smart

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Wahoo Kickr Snap, Test, Kaufberatung

Wahoo Kickr Snap

Wahoo Kickr 4.0, Rollentrainer, Test

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Technogym My Cycling, Rollentrainer, Test

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