Ernährung-Radsport
Ernährungstipps

Ernährung im Radsport: Das Essen der Profis

8000 Kalorien täglich: Was essen Tour-de-France-Profis?

Wie ernähren sich Radprofis? Was essen sie vor, während und nach einer Tour-de-France-Etappe? Wie viele Kohlenhydrate sind während der Belastung sinnvoll. Was Hobby-Radsportler von Radprofis lernen können.
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Der Hungerast

Am 27. Juli 1998 zerbricht ein Traum. Es nieselt und ist kalt. Jan Ullrich tritt in Gelb den Galibier hinauf. Marco Pantani attackiert – und hängt ihn ab. Ullrich verliert neun Minuten und damit die Tour. Er hatte einen Hungerast. 15 Jahre, im Jahr 2013, später bricht Christopher Froome am Anstieg von Alpe D‘Huez ein – er hatte zu wenig gegessen. Doch diese Fehler werden immer seltener. Denn die Ernährung im Radsport wird von Jahr zu Jahr professioneller. WorldTour-Teams beschäftigen eigene Ernährungswissenschaftler und Köche.

8000 Kilokalorien täglich

Radprofis verbrennen in Aktion bis zu 1000 Kilokalorien pro Stunde. Rechnet man zu den Stunden auf dem Rad das Auf- und Abwärmen sowie den Grundumsatz hinzu, müssten die Profis in der Regel täglich zwischen 7000 und 8000 Kilokalorien zu sich nehmen, nur um ihr Gewicht zu halten. Während einer Etappe nehmen die Fahrer etwa 1500 Kilokalorien zu sich. Meist ist diese Energie in Getränken, Energieriegeln und Gels enthalten. Auch „Silberlinge“ – in Alufolie gewickelte Reiskuchen oder Paninis – sieht man im Peloton häufig.

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Frühstück mit 1000 Kilokalorien

Trotz der Ernährung im Rennen bleibt ein Defizit von etwa 6500 Kilokalorien. Schon das Tour-Frühstück fällt deshalb mit rund 1000 Kilokalorien üppig aus. Bei vielen Teams gibt es Müsli oder Haferbrei mit Bananen und getrockneten Früchten, dazu Eier, Vollkornbrötchen und Smoothies. Anschließend eine große Portion Pasta oder Reis. Einige Fahrer kombinieren die Kohlenhydrate mit Eiweiß, zum Beispiel einem Omelette. Getrunken wird am Frühstückstisch vor allem: Kaffee in allen Variationen.

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Ernährung auf Rädern

Auf dem Rad nehmen die Fahrer bis zu 90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde zu sich. So viel kann ein Athletenkörper während der Belastung maximal aufnehmen. Den Proviant bekommen die Athleten aus den Teamfahrzeugen oder in den Verpflegungszonen am Streckenrand von postierten Teambetreuern gereicht. Je nach Vorliebe und Belastung nehmen die Fahrer die Nahrung überwiegend in flüssiger oder fester Form zu sich. Im Ziel einer Etappe geht es um eine schnelle Regneration. Betreuer stehen bereit und reichen spezielle Recoverydrinks. Diese enthalten eine Mischung aus verschiedenen Kohlenhydraten und Proteinen – ideal sind Verhältnisse von 3:1 oder 4:1.

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Essen nach einer Tour-Etappe

Danach gibt es erste Snacks, zum Beispiel Müsli mit Joghurt, Nudelsalate oder Kuchen. Gerade in der ersten Stunde nach der Anstrengung profitiert das Immunsystem von vitaminhaltiger Nahrung. Der Stress für die Immunabwehr soll dadurch abgemildert werden. Seit 2011 gilt die „No Needle Policy“ der UCI. Diese steht für eine Null- Toleranz-Strategie gegenüber Spritzen. Früher wurden nach dem Abendessen häufig Vitamin- oder Aminosäureninfusionen verabreicht. Heute muss beim Tour-Arzt alles angemeldet werden, was intravenös verabreicht wird. Seitdem hat sich die Bedeutung der richtigen Ernährung noch einmal vergrößert.

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Im Teamhotel wird das Abendessen meist von den eigenen Köchen zubereitet. Hier kommt neben Pasta, Kartoffeln und Gemüse fast immer auch mageres Fleisch und Fisch auf den Teller. 4000 bis 5000 Kilokalorien enthält so eine Mahlzeit. Auch hochwertige Fette – etwa aus Olivenöl oder Nüssen – spielen eine wichtige Rolle. Um ohne Hunger durch die Nacht zu kommen, greifen die Profis spät noch einmal zu Snacks wie Nüssen oder zu proteinreichen Shakes.

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