Trittfrequenz, Studie
Trittfrequenz: Können schnelle Pedalbewegungen schaden?

Tritt-Effizienz

Trittfrequenz: Können schnelle Pedalbewegungen schaden?

Eine hohe Trittfrequenz gilt im Radsport als besonders effizient. Allerdings können schnelle Pedalbewegungen bei Hobbysportlern auch zum Problem werden. Eine Studie.
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Schnell, leichtfüßig und hochfrequent: So sehen die Pedalbewegungen der Profi-Radsportler aus. Mehr als 100 Mal pro Minute kreisen die Kurbeln der Radprofis oftmals. Selbst bei hoher Intensität wirkt der Tritt dabei fast immer „rund“. Eine hohe Trittfrequenz gilt als besonders effizient – weil die Muskeln häufiger entspannen und pro Umdrehung weniger stark belastet werden sollen. Zudem soll das Blut dadurch besser zirkulieren können und die Muskeln somit besser mit Sauerstoff versorgen. Viele Freizeit-Athleten streben daher eine möglichst hohe Trittfrequenz an.

Laut neuesten Forschungsergebnissen kann ein schnelles Pedalieren der Effizienz von Hobbysportlern jedoch schaden. Ein Forscherteam unter Leitung von Wissenschaftlern des Londoner King’s College fand heraus, dass die Sauerstoffversorgung der Oberschenkelmuskulatur beschränkt werden kann, wenn Freizeit-Athleten bei hoher Intensität und hoher Trittfrequenz pedalieren.

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Studie zu hoher Trittfrequenz

Für die Versuche ließen die Forscher neun Teilnehmer auf einem Ergometer Tests bei moderater Belastung und Frequenzen zwischen 40 und 90 Umdrehungen durchführen. Dabei wurde auch die Sauerstoffversorgung der Muskulatur überwacht.

Die Ergebnisse: Bei höheren Trittfrequenzen nahm die absolute Leistung ab, während die Herzfrequenz anstieg. Zudem sank die Sauerstoffversorgung der Skelettmuskulatur bereits bei 90 Pedalumdrehungen pro Minute. Die Forscher gehen davon aus, dass bei weniger trainierten Radsportlern das Verhältnis von zu den Muskeln transportiertem Sauerstoff und tatsächlich verwertetem Sauerstoff schlecht ist.

Profis und sehr gut trainierte Athleten jedoch können durchaus von höheren Trittfrequenzen profitieren. Wegen der geringen Teilnehmerzahl sind aber weitere Untersuchungen nötig.


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